Schweineforum

Schweinehaltende Betriebe befinden sich
in einer Ausnahmesituation: während
sich der Schweinepreis wieder zu erholen
erscheint, steigen die ohnehin schon
hohen Betriebskosten aufgrund jüngster
Ereignisse ins Unermessliche. Welche
Kosteneinsparungsmöglichkeiten die
Optimierung der Fütterung bietet, erfahren
Sie im folgenden Artikel.

Die Absetzphase bringt den Ferkeln durch den Verlust der Milch und die Trennung vom Muttertier großen Stress, der sie für Krankheiten anfälliger werden lässt. Zur gleichen Zeit muss sich der Verdauungstrakt auf feste Nahrung hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs umstellen, was häufig zum bekannten Absetzdurchfall beiträgt. Ist das Immunsystem dann beispielsweise durch den Stress beim Absetzen geschwächt, lösen Erreger Infektionen aus.

Unsere Schweine sind von der Haut über die Atemwege bis zum Verdauungstrakt dicht mit Mikroorganismen besiedelt. Die Gesamtheit der Mikroorganismen, die im Körper vorkommen wird als Mikrobiom bezeichnet. Der größte Teil dieses Mikrobioms ist im Darm angesiedelt und auch als Darmflora bekannt, welche wichtige Funktionen im Körper übernimmt. So verarbeiten die Darmmikroben Nährstoffe, schützen vor Krankheitserregern und beeinflussen das Immunsystem positiv.

Spurenelemente sind Mineralstoffe, die nur in geringem Maße im Körper vorkommen,aber eine lebenswichtige Rolle im Organismus spielen, denn sie sind z.B. zentrale Bestandteile vieler
Enzyme, die an allen wichtigen Prozessen im Stoffwechsel beteiligt sind. Essentielle Spurenelemente müssen über das Mineralfutter zugeführt werden, da sie nur in „Spuren“ im Grundfutter
enthalten sind. Hinsichtlich Immunsystem, Klauengesundheit, Fruchtbarkeit und Leistung sind für Zuchtsauen vor allem Zink, Kupfer und Mangan von großer Relevanz.

Eine erfolgreiche und rentable Schweinemast wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst und gefährdet: ein alter Bekannter und oftmals unterschätzter Gegner ist der Schweinespulwurm (lat. Ascaris suum).

Getreidevorräte bieten Schädlingen ideale Lebensgrundlagen. Nur mit entsprechenden Hygienemaßnahmen bekommt man diese in den Griff. Eingelagertes Getreide wird bei nicht ordnungsgemäßer Lagerung von einer Vielzahl von Schädlingen wie z.B. Kornkäfer, Reismehlkäfer und Milben befallen

Besonders laktierende Sauen müssen unterstützt werden, aber auch im Maststall sinken die Leistungen bei Hitzestress.

Die Gesundheit der Schweine ist der wichtigste Faktor in der modernen Schweineproduktion,
in diesem Punkt sind sich heute alle Stakeholder einig. Gesundheit in diesem Sinne ist das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden der Schweine. Es ist dabei völlig irrelevant, ob sie frei vom PRRS- Virus oder irgendeinem anderen Krankheitserreger sind, solange sie sich wohlfühlen, gesund sind und die Leistung stimmt. Dass unsere Schweine gesund sind, ist nicht nur aus tierschützerischer, sondern auch leistungsphysiologischer Sicht zu fordern. Schweine, welche gesund sind und sich wohlfühlen, bringen auch die höchste Leistung.

Die Absetzphase verursacht bei Ferkeln durch den Verlust der Milch und Trennung vom Muttertier großen Stress, wodurch sie anfälliger für Krankheiten werden. Zugleich steht der Verdauungstrakt vor einer enormen Herausforderung. Dieser muss sich von der Sauenmilch, die als wichtigste Nahrungsquelle galt, auf feste Nahrung, hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs, umstellen.
Die vollständige Bildung der richtigen Verdauungsenzyme ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, wodurch unverdaute Nahrung dem Darm häufig Probleme bereitet und den bekannten Absetzdurchfall auslöst bzw. dazu beiträgt. Der Körper hat mit dem Immunsystem einen starken Partner, der ihn vor Bakterien und Krankheiten schützt. Ist dieser aber geschwächt, lösen Erreger Infektionen aus. Es gilt also, das körpereigene Abwehrsystem fit zu halten und die Darmbarriere zu stärken. Wichtige Faktoren neben der Fütterung sind der allgemeine Gesundheitsstatus der Herde, Haltung und allen voran das Management.

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan und wird in der Abferkelphase besonders herausgefordert. Neben der Unterstützung der Leber, sollte die Wehentätigkeit und damit ein schneller Geburtsverlauf sowie eine gute Kotkonsistenz im geburtsnahen Zeitraum durch die Fütterung gefördert werden, um das Risiko von Totgeburten und MMA zu reduzieren. Ziel ist es, die Vitalität der Sauen rund um die Geburt zu verbessern und für einen guten Start in die Laktation zu sorgen.